Weihnachtsgeld

(Kommentare: 1)

Statt Weihnachtsgeld Beamtenbashing

Wer nun erwartet hatte, dass es in der Debatte zum Landeshaushalt einen zarten Hoffnungsschimmer beim Weihnachtsgeld geben w√ľrde, der wurde bitter entt√§uscht.

Die Gr√ľnen-Fraktionschefin Eka von Kalben brachte uns mit folgender Aussage mal wieder auf den Boden der Tatsachen:

Es gehe den Beamten dank h√∂herer Pensionen und besserer Krankenversicherung noch immer besser als den 70000 Angestellten im √∂ffentlichen Dienst. Die R√ľckkehr zum Weihnachtsgeld st√ľnde in Konkurrenz zu Bildungsausgaben ‚Äď und komme nicht in Frage.

Sind wir nicht undankbar ? Hohe Pensionen (sind ja in der Steuerverwaltung alle A12 und h√∂her), prima Krankenversicherung und Beihilfe als zus√§tzliches Geschenk mit Eigenbeteiligung und dann auch noch die Forderung nach Weihnachtsgeld ? Ich finde auch ein wenig mehr Demut w√§re doch angemessen. Zur Krankenversicherung passt ja auch ins Bild, dass den Kolleginnen und Kollegen, die zu 100 % in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, der Arbeitgeberanteil vorenthalten wird. Sieht so die geplante B√ľrgerversicherung im Beamtenbereich aus ?

Es ist sehr schade, dass mal wieder eine Diskussion auf Niveau der Bildzeitung gef√ľhrt wurde. Wertsch√§tzung sieht anders aus.

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Kommentar von Michael Hansen |

Liebe DSTG, ich bin immer wieder √ľber den Begriff Weihnachtsgeld f√ľr Beamte √ľberrascht. Wir haben meines Wissens noch nie Weihnachtsgeld bekommen. Anfang der 80er Jahre wurde noch unter Kanzler Schmidt ein 13. Monatsgehalt f√ľr alle Beamten eingef√ľhrt, welches den Zweck hatte, den Einkommensverlust des √∂ffentlichen Dientstes zur privaten Wirtschaft abzumildern. So habe ich es als Steuerbeamter selbst in Erinnerung und erinnere mich auch noch gut an meinen Vater, der Z√∂llner war und dieselbe Erkl√§rung dazu abgab. Die Abgeordneten hatten sich dies sogleich gezw√∂lftelt, genau wie es jetzt der Bund auch bei den Beamten getan hat. Als Folge trat dann in den kommenden Jahren bei Di√§tenerh√∂hungen eine Dynamisierung ein. F√ľr alle anderen Beamten wurde dieses 13. Gehalt zum 1.12. ausgezahlt, was wohl die irrt√ľmliche Bezeichnung Weihnachtsgeld in Umlauf brachte. Ich bitte diejenigen √§lteren Kolleginnen und Kollegen, die sich noch an die Einf√ľhrung dieser Zusatzzahlung erinnern, den j√ľngeren Gewerkschaftlern, so ich denn richtig liege, meine Aussagen zu best√§tigen. Wenn n√§mlich die Forderung nach zweifelhaftem Weihnachtsgeld der berechtigten Forderung nach Wiedereinf√ľhrung des 13. Gehalts und seinem tats√§chlichen Zweck, n√§mlich den realen Einkommensverlust des √∂ffentlichen Dienstes zur privaten Wirtschaft auszugleichen bzw. abzufedern, endlich weicht, muss die Diskussion mit der Landesregierung dar√ľber auf ganz anderer Ebene weiter gef√ľhrt werden. Ich habe meine Ausbildung 1974 begonnen und bin jetzt 61 Jahre alt. Ich w√ľrde mich sehr freuen, wenn sich Kollegen melden, die sich mir anschlie√üen k√∂nnen. Lg M. Hansen

 

Antwort von dstg-sh

Genau genommen handelt es sich sprachlich korrekt gem. dem Besoldungsgesetz um eine Sonderzuwendung und nicht um ein 13. Monatsgehalt. Umgangssprachlich (so auch in den aktuellen Medienberichten etc.) wird immer von einem Weihnachtsgeld (siehe Anhang) gesprochen. Sicherlich psychologisch nicht ratsam, weil mit diesem Begriff h√§ufig eine Neiddebatte verbunden ist, die sich auch in zahlreichen negativen Leserbriefen zu der Thematik niederschl√§gt.

Wir sind uns glaube ich einig, dass wir im Schulterschluss mit dem dbb die Wiedereinf√ľhrung der Sonderzuwendung als eine elementare Forderung betrachten. Neben dem leider immer noch ausstehendem Urteil zur amtsangemessenen Besoldung scheint aber, wie man der Tagespresse der letzten Tage entnahmen kann, etwas Bewegung in die Sache zu kommen. Sogar der Landesrechnungshof hat dies in einem Gespr√§ch mit Frau Heinold  gefordert. Aufgrund des Nachwuchsmangels soll ja die Besoldungsstruktur untersucht werden, um konkurrenzf√§hig f√ľr den Wettbewerb mit der freien Wirtschaft um Nachwuchskr√§fte zu bleiben.  Selbstverst√§ndlich ist die Sonderzuwendung nur ein Bestandteil einer gerechten oder wie es so sch√∂n hei√üt einer amtsangemessenen Besoldung.